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Die oberen Atemwege
Expertenbeitrag:
Univ. Doz. DDr. Mag. Walter Habermann
Hals-Nasen-Ohren- Universitätsklinik
Anatomische Grundlagen
Die oberen Atemwege umfassen den Weg der Luft beim Eintritt in die Nase bis zur Stimmritze (genauer bis zum Beginn der Luftröhre, was eigentlich ein paar Millimeter unter der Stimmritze liegt).
Die Nase und die Nasennebenhöhlen
Der Atemweg in der Nase beginnt bei den Nasenlöchern und endet am Übergang zum Nasenrachen bei den Choanen. Die Nasenhaupthöhle wird in der Mitte von der Nasenscheidewand und seitlich von den Nasenmuscheln und den Mündungsstellen der Nasennebenhöhlen begrenzt. In vorderen Abschnitt ist die äußere Nase aus hyalinem Knorpel aufgebaut, wodurch die Nasenspitze eine zwar eingeschränkte aber im Rahmen der Mimik merkliche Beweglichkeit erhält. Auch verhindert dieses Knorpelgerüst ein Kollabieren der Nase beim Atmen. Die hinteren Nasenabschnitte und die Begrenzungen der Nasennebenhöhlen sind knöchern. Ausgekleidet ist die Nase mit einer Schleimhaut, einzig der Nasenvorhof wird von einem Plattenepithel (wie die Haut z.B. im Gesicht) überzogen. Die Schleimhaut der Nase bildet den Nasenschleim, welcher durch Flimmerhärchen von vorne nach hinten transportiert wird und im Schlund schließlich unmerklich abgeschluckt wird. Die tägliche Schleimmenge beläuft sich auf ca. 0,5 Liter insgesamt. Der Nasenhaupthöhle angeschlossen und mit ihren Öffnungen und Abflusswegen in diese mündend, liegen die Nasennebenhöhlen, welche sich in Rahmen der Gesichts- Zahn- und Kopfentwicklung erst nach der Geburt ausbilden. Die Nasennebenhöhlen werden nach den Knochenbezeichnet, die sie pneumatisieren und man unterscheidet (jeweils rechts und links): die Kieferhöhle, die Stirnhöhle, die Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhle.
Der Rachenraum und der Mundraum
Der Rachenraum beginnt bei den Choanen und endet für den Luftweg am Eingang in den Kehlkopf und für den Speiseweg am Übergang zur Speiseröhre mit deren oberen Schließmuskel. Der Schlund entspricht einem muskulären Strumpf der in seiner Mitte eine Öffnung hat (am Übergang zum Mundraum) und im unteren vorderen Abschnitt eine Aussparung zeigt, welche durch den Kehlkopf geschlossen wird. Oben ist der Schlundschlauch an der Schädeldecke fixiert, wodurch bei einer Kontraktion der Muskeln eine Anhebung des Strumpfes stattfindet (z.B. beim Schlucken). Der Schlund wird anatomisch in drei Etagen unterteilt: der oberste Abschnitt ist der Nasenrachen (Epipharynx), der mittlere Abschnitt der Mesopharynx und der unterste Abschnitt der eigentliche Schlund (Hypopharynx). Im Schlund findet eine Kreuzung zwischen dem Luftweg und dem Speiseweg statt, was beim Schluckvorgang eine potentielle Gefahr darstellt, besonders wenn eine Störung im komplexen Ablauf des Schluckvorganges vorliegt.

- Der Nasen- und Rachenraum
Der Kehlkopf
Der Kehlkopf des Menschen ist ein aus mehreren hyalinen Knorpeln aufgebautes Grundgerüst, deren einzelne Bestandteile gelenkig miteinander verbunden sind (Schildknorpel, Ringknorpel, Stellknorpel, Kehldeckel). Die eigentliche Aufgabe des Kehlkopfes ist die Sicherung des Luftweges und das Verhindern einer der Aspiration. Erst sekundär hat der Kehlkopf im Lauf der Evolution die Aufgabe der Stimmbildung übernommen. Durch Resonanzen in den Strukturen über dem Kehlkopf (wie Schlund, Mundraum, Nase und Nasennebenhöhlen auch genannt Ansatzrohr) bekommt der primäre Kehlkopfton einen Klang. Im Mundrachenraum werden zum Beispiel durch Veränderungen der Resonanzverhältnisse die verschiedenen Vokale gebildet. Die Schleimhaut im Kehlkopf ist ein respiratorisches Flimmerepithel und nur im Bereich der Stimmlippe, wo eine große mechanische Belastung vorliegt, ein mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel. Beim Einatmen ist die Stimmritze V-förmig geöffnet, bei der Stimmgebung ist die Stimmritze geschlossen, was durch die Position des Stellknorpels und die muskuläre Spannung z.B. des Muskels in der Stimmlippe bedingt wird. Der Begriff Stimmband sollte nicht verwendet werden, da dieses Band nicht jenen Teil beschreibt, der die gesamte Struktur meint. Das Stimmband ist nur ein Teil der Stimmlippe, zu der neben dem bandartigen Anteil auch ein Muskelanteil sowie ein häutiger (epithelialer) Überzug gehören.


