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Hier finden Sie weiterführende Links und Downloads über die Themen Atemwege, Asthma und COPD.

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Hier finden Sie die Presseinformationen aus der Veranstaltungsreihe P-Air.
Die Presseveranstaltungen finden mehrmals pro Jahr statt und befassen sich mit den Themen Atemwege, Asthma und COPD.

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Durchführung der (ambulanten) pulmonalen Rehabilitation

Die bei verschiedensten chronischen Lungenerkrankungen durch Atemnot unter Belastungssituation sich aufbauende Inaktivitätsspirale führt zu körperlichem Leistungsabbau infolge Dekonditionierung. Die Rekonditionierung ist demnach der Schlüssel zum Erfolg rehabilitativer Maßnahmen. Neben Kenntnissen aus der medizinischen Trainingstherapie sind zur individuell möglichen und notwendigen Trainingsplanerstellung Kenntnisse der Lungenfunktion während Ruhe- und Belastungsphasen erforderlich.

In eigens dafür ausgestatteten Trainingsräumen werden an verschiedensten Geräten und auch ohne diese ein Atemmuskel- und Skelettmuskeltraining in Form von Ausdauer- und Krafteinheiten als medizinische Trainingstherapie durchgeführt. Die pulmonale Rehabilitation unterliegt strengen medizinischen Kriterien, um sich von modernen unkontrollierten Fitnessmodeströmungen abzusetzen.

Bestandteile der pulmonalen Rehabilitation

  • Atemmuskeltraining
  • Ausdauertraining
  • Krafttraining
  • Ernährungsberatung
  • Raucherentwöhnung
  • Patientenschulung
  • Atemphysiotherapie
  • Psychosoziale Intervention

Atemmuskeltraining

Durch eine kontrollierte Verbesserung der Kraft- und Ausdauerleistungsfähigkeit der Atemmuskulatur kann eine Reduktion der Belastungsatemnot und Steigerung der atmungsbezogenen Leistungsbreite erreicht werden.

Das medizinische Training der Einatemmuskulatur unterscheidet sich von Ratschlägen und „Lungensport“, dass es indiziert, dosiert, kontrolliert und dokumentiert wird. Dazu geeignete Geräte ermöglichen die Rückmeldung der aufgewendeten Kraft.

Indikationen für ein Atemmuskeltraining:

  • COPD bei nachgewiesener Einatemmuskelschwäche ab Stadium II
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Brustkorbdeformierungen
  • Zystische Fibrose

Das inspiratorische Atemmuskeltraining ist ein Hypertrophietraining und erfolgt durch Inspiration mit 70% der gemessenen maximalen Einatemkraft gegen einen Widerstand.

Abbildung des inspiratorischen Atemmuskeltrainings

Ausdauertraining

Das aerobe Ausdauertraining hat das Ziel der Verbesserung der Sauerstoffaufnahme. Dabei muss mindestens 1/5 der gesamten Muskelmasse aktiv sein.

Nach Ermittlung der Trainingsherzfrequenz, die der Kontrolle der Intensität dient, wird nach einigen Minuten Aufwärmung trainiert, indem größere Muskelgruppen bewegt werden (Laufen, Radfahren). Die Wochennettotrainingszeit wird entsprechend der Leistungsfähigkeit des Patienten berechnet und in 6–wöchigen Abständen gesteigert. Eine minimal wirksame Dauer ist 10 Minuten, eine sinnvolle Begrenzung ist 1 Stunde. Das Minimum an Häufigkeit sind 2 Trainingseinheiten pro Woche.

Kommt es während der Belastung zum Abfall des Sauerstoffpartialdruckes im Blut, wird Sauerstoff über eine Nasenbrille verabreicht und dadurch das Training auf einem Niveau möglich, das ohne dieses „Medikament“ nicht erreicht werden könnte.

Abbildung des Ausdauertrainings

Krafttraining

Je älter der Patient wird, umso größer wird die Rolle v.a. der Kraft der Beinmuskulatur für dessen Lebensqualität. Die „Erhaltung der Mobilität“ durch ein Mindestmaß an Kraft ist ein entscheidendes Qualitätskriterium. Unter korrektem Training nehmen die Muskelmasse und damit die –kraft zu.

Krafttraining aus medizinischer Indikation ist immer auf Muskelhypertrophie ausgerichtet. Es sollte immer der gesamte aktive Bewegungsapparat trainiert werden, wofür 8 bis 10 verschiedene Übungen erforderlich sind.

Die „Einheit“ des Muskelhypertrophietrainings ist der Satz, das ist eine Serie einer pausenlos wiederholten Bewegung bis zur Ermüdung; der Ablauf ist sehr langsam (4 bis 6 Sekunden pro Bewegungszyklus). Die minimale Intensität ist 40% des Einwiederholungsmaximums und muss während des gesamten Satzes überschritten sein, d.h. der Satz muss ohne Absetzen und Entspannen in den Endstellungen durchgeführt werden. Das Trainingsgewicht muss so gewählt sein, dass bis zur Ermüdung mindestens 10 Wiederholungen möglich sind.

Abbildung des Krafttrainings

 

Ernährungsberatung

  • Unterernährung
  • Übergewichtigkeit (Adipositas)

Unterernährung und Muskelschwäche hängen eng zusammen und verringern die Lebensqualität unabhängig vom Ausmaß der Erkrankung durch dadurch bedingte eingeschränkte Belastbarkeit. Mittels hochkalorischer Zusatznahrung (Astronautenkost) soll eine Gewichtszunahme erreicht werden, wobei auf eine ausreichende Eiweißversorgung und häufige kleine Mahlzeiten zu achten ist. Wesentlich dabei ist der Aufbau der Muskelmasse, was nur durch ein gleichzeitiges Training (Muskelhypertrophie) erzielt werden kann.

Bei übergewichtigen Patienten ist das Ziel der Abbau von Körperfett ohne Muskelmasse zu verlieren. Grundvoraussetzung dafür ist eine mittlere tägliche negative Kalorienbilanz von ca. 300 kcal. Ziel der Beratung ist das Erlernen von neuen Essgewohnheiten (wie und was man isst, Auswahl und Zubereitung der Nahrungsmittel).

Raucherentwöhnung

Sie ist die Grundlage für erfolgreiche rehabilitative Bemühungen und stellt bei COPD–Patienten die einzige kausale Therapie dar. Nikotinabhängigkeit ist eine chronische Erkrankung und bedarf mehrerer Interventionen.

3 Typen der Beratung haben sich als erfolgreich erwiesen:

  • Beratung mit Stoppdatum
  • Soziale Unterstützung in der Gruppe
  • Zugangshilfe zur Unterstützung außerhalb der Behandlung

Patientenschulung

Sowohl die Wirkung der Pharmakotherapie als auch der nichtmedikamentösen Maßnahmen ist durch die Schulung verbesserbar.

  • Information über die Erkrankung
  • (Nicht) Medikamentöse Therapieformen
  • Erkennen und Behandlung von Exazerbationen
  • Notfallsmanagement

Die Ziele der Schulung liegen darin, dem Patienten neben Grundkenntnissen über seine Erkrankung ein allgemeines Krankheitsverständnis zu vermitteln, wodurch er als mündiger Patient ein Partner des betreuenden Arztes werden kann.

Atemphysiotherapie

Die Atemphysiotherapie ist eine nichtmedikamentöse Methode mit oder ohne Geräten die Atmung zu verbessern.

Die Therapieziele umfassen die Sekretelimination, Entblähung und Entspannung sowie das Mobilisieren. Die Sekretförderung wird mittels autogener Drainage und verschiedenen PEP –Geräten verbessert. Entblähende Maßnahmen haben das Ziel der Verringerung der Atemarbeit. Durch verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training und Biofeedback kann die Atmung besser kontrolliert werden. Der Patient wird in der Bewegungsökonomie im Alltag sowie in der Koordination von Alltagsverrichtungen mit der Atmung geschult. Sämtliche Maßnahmen werden kontrolliert und dokumentiert.

Psychosoziale Intervention

Patienten mit Angst- und Panikstörungen müssen einer psychotherapeutischen Intervention zugeführt werden.

Die Depression bedarf ebenfalls einer psychotherapeutischen Behandlung. Offensichtlich wahrnehmbare Eingliederungen in soziale Gruppenprozesse dürfen nicht über die Dringlichkeit der Notwendigkeit der Konsultation eines Psychotherapeuten hinwegtäuschen.

Die pulmonale Rehabilitation

stellt nach klarer Abgrenzung der Indikationsstellung und Kontraindikationen die bestmögliche (nichtmedikamentöse) Therapieform von (oben genannten) chronischen Lungenerkrankungen dar, da sie die Eigenverantwortlichkeit des Patienten aktiviert und ihn unter Anleitung und Kontrolle eines Übungsleiters zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit und damit Verbesserung der Lebensqualität durch Steigerung seiner körperlichen und geistig –seelischen sowie sozialen Aktivität führt. Die medizinische Trainingstherapie als Kernpunkt der Rehabilitation untersteht der ärztlichen Kontrolle und somit ist eine klare Abgrenzung gegen Modeströmungen einschließlich Wellness- und Fitnessbewegungen gegeben. Medizinisches Training ist auch nicht gleichzusetzen mit sportlicher Aktivität.

Es stellt sich schlussendlich nicht die Frage der Notwendigkeit der pulmonalen Rehabilitation für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen sondern die Frage, wie es den Erkrankten ermöglicht werden kann, an einem Reha –Programm teilzunehmen.