Asthma

Frohe Weihnachten trotz Asthma

Weihnachtsrituale sind schön, doch leider bergen sie für Menschen mit Asthma einige Herausforderungen. Das stillste Fest des Jahres lässt sich aber auch mit einer Lungenerkrankung entspannt genießen. Der geschmückte Tannenbaum, die Festtagstafel bei Kerzenlicht, der Duft von Keksen und das feine Beisammensein mit den Lieben: Das alles gehört für die meisten Menschen einfach zu Weihnachten dazu. Manches davon ist für Asthmatiker aber nur mit Vorsicht zu genießen, und das beginnt schon in der Vorweihnachtszeit mit ihren klassischen Köstlichkeiten wie Vanillekipferln, Weihnachtsstollen und Punsch.

Vorsicht bei Weihnachtsdelikatessen

Vor allem die vielen Gewürze und Zutaten der Weihnachtsbäckerei können nämlich allergische Reaktionen auslösen. Nüsse etwa zählen zu den häufigsten Allergenen, und sie sind nicht nur Grundbestandteil vieler Kekse, sondern als Spuren von Nusseiweiß auch in Schokolade, Nougat oder Marzipan enthalten. Außerdem stehen auch Gewürze wie Anis, Koriander, Kardamom, Muskat, Zimt und Nelken ganz oben auf der Liste der Allergene. Ganz abgesehen davon werden natürlich für fast alle Weihnachtsleckereien Kuhmilch, Eier und Weizenmehl verarbeitet. Weihnachtsbäckerei muss deshalb aber noch lange nicht tabu für Sie sein. Wichtig ist vor allem, dass Sie Ihre persönlichen Allergie-Auslöser kennen und sie meiden.

Und: Wer selbst bäckt, kann sich mit Ersatzprodukten behelfen: Statt Milch kann man Wasser, Soja oder Reismilch verwenden. Als Eiersatz eignet sich eine Mischung aus zwei Esslöffeln Wasser, einem Esslöffel Pflanzenöl und einem halben Teelöffel Backpulver. Hasel- und Erdnüsse können durch Haferflocken, Kokosraspeln, Amaranth oder Sesam ersetzt werden, und viele Kekse schmecken mit Mais-, Dinkel- oder Buchweizenmehl genauso gut. Was Punsch oder Glühwein betrifft, so sollte man vorsichtig sein, denn auch Alkohol und Asthma vertragen sich nicht immer.

Weihnachtsstern, Duftkerze und Co.

Übrigens: Nicht nur das Kulinarische kann in der Weihnachtszeit für Asthma-Patienten problematisch sein. Auch typische Dekorationen wie Tannenzweige oder der beliebte Weihnachtsstern können bei sensibilisierten Menschen asthmatische Symptome hervorrufen. Die Pflanze mit den leuchtend roten Blättern etwa ist für Latex-Allergiker ungeeignet, denn die Eiweiße des Weihnachtssterns sind ähnlich aufgebaut wie Latex-Eiweiße, und Betroffene sollten auf andere Dekorationen ausweichen.

Vorsicht ist auch bei Duftkerzen geboten. So mancher Duftstoff reizt die Atemwege, und auch die Kerze selbst verunreinigt die Luft mit Feinstaub und Russ. Zudem setzt Paraffin, aus dem die meisten Kerzen gemacht sind, beim Abbrennen weitere Substanzen frei, die Reizungen der Atemwege und Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen können. „Insbesondere Menschen, die bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Duftstoffe entwickelt haben, riskieren, dass die beim Abbrennen freigesetzten Stoffe allergische Erscheinungen auf der Haut oder in den Atemwegen verstärken. Das kann Hautausschläge und Asthmabeschwerden hervorrufen“, erklärt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung (DLS). Eine unbedenkliche Alternative sind hier Kerzen aus Bienen- und Sojawachs, aber auch dabei sollte man nicht vergessen, die Schadstoffkonzentrationen zu verringern, indem man die Räume ausgiebig lüftet oder Ventilatoren aufstellt.

Oh Tannenbaum!

Was Tannenzweige oder den Christbaum selbst betrifft, so können auch sie bei Menschen mit allergischem Asthma zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. „Auf jedem Gewächs, das man sich von draußen in die Wohnung holt, befinden sich Schimmelpilze, die sich bei warmen Wohnzimmertemperaturen besonders stark vermehren, sodass die Innenraumbelastung mit Schimmelpilzsporen bereits nach zwei Wochen um das Zehnfache ansteigen kann. Diese Sporen können bei Allergikern Reizungen in den Augen, der Nase und der Kehle sowie Kopfschmerzen und eine chronisch verstopfte Nase hervorrufen“, erklärt der Lungenfacharzt Dr. Frank Heimann vom Bundesverband der Pneumologen (BdP) in Heidenheim.

Auch das Harz von Tannen und Co enthält verschiedene chemische Verbindungen, die bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Bevor man sich also einen Weihnachtsbaum ins Heim holt, sollte man ihn zumindest gut schütteln und eventuell den Stamm mit einem oxidierenden Bleichmittel abreiben, sodass die Menge der Allergie-Auslöser so weit wie möglich verringert wird. Reinigung an der frischen Luft ist übrigens auch bei künstlichen Weihnachtsbäumen angesagt, denn wenn sie monatelang im Keller oder auf dem Dachboden gelagert wurden, können auch sie eine beträchtliche Allergenmenge bergen, und die im Staub enthaltenen Hausstaubmilben bzw. deren Kot können ebenfalls Beschwerden hervorrufen. Allergiker sollten das allerdings nicht selbst tun. Bitten Sie lieber jemanden, der keine Allergie hat, um Hilfe, und seien Sie auch beim Schmücken des Baumes vorsichtig: Schnee- und Glittersprays, die oft zur Dekoration verwendet werden, können lungenreizende Lösemittel und schwermetallhaltige Verbindungen enthalten.

Wenn Weihnachten für Sie als Asthma-Patient auch viele Herausforderungen bereithält, können Sie das stillste Fest des Jahres aber entspannt genießen, wenn Sie um die potenziellen Trigger wissen und Alternativen kennen. Denken Sie auch daran, Ihre Medikamente regelmäßig zu nehmen und Notfallmedikamente griffbereit zu haben. Dann sollte dem Wichtigsten rund um Weihnachten, dem feinen Beisammensein mit Ihren Lieben, nichts im Wege stehen.

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