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Asthma

Asthma bronchiale

Eine Frau hustet

Spricht man von Asthma, ist meist von Asthma bronchiale oder vom Bronchialasthma die Rede. Typisches Merkmal ist eine ständige oder sehr häufig auftretende (chronische) Entzündung der unteren Atemwege, der Bronchien und Bronchiolen. Die ständigen Entzündungen beeinflussen den wichtigen Austausch von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Sauerstoff (O2) in der Lunge.
Asthma ist durch eine bronchiale Hyperreagibilität (oder Hyperreaktivität) gekennzeichnet, das heißt durch eine Überreaktion oder Überempfindlichkeit auf bestimmte äußere Reize wie Staub oder kalte Luft. Wird diese Reaktion ausgelöst, kommt es zu einer Schleimhautschwellung (Ödem), und die Schleimproduktion steigt sehr stark an. Es kommt zu einer sogenannten „Bronchialobstruktion, so dass die Atemmuskulatur eine große Leistung vollbringen muss, um den Luftaustausch in der Lunge zu gewährleisten.

Intrinsisches Asthma: Als intrinsisches Asthma wird die Erkrankung bezeichnet, wenn sie nicht durch Allergien (nichtallergisches Asthma) verursacht wird. Diese Art von Asthma kann durch Staub, kalte oder trockene Luft, Anstrengung oder Medikamente ausgelöst werden. Asthma kann auch durch Viren und Bakterien verstärkt werden. Daneben wirken sich außerdem chemische und physikalische Reizstoffe wie industrielle Stäube und Dämpfe, Abgase und Zigarettenrauch negativ auf das Asthma aus. Aufregung, Ärger, Hektik oder Stress können eine bestehende Atemnot noch verstärken, aber nicht auslösen. Die nichtallergischen Formen treten vermehrt erst im Erwachsenenalter auf, Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Extrinsisches Asthma: Das allergische Asthma zählt zur häufigsten Erkrankung und wird durch äußere Reize, durch Allergene, hervorgerufen. Dabei werden Immunglobuline vom Typ E (IgE) gebildet, die eine Ausschüttung allergieauslösender Botenstoffe bewirken. Diese Stoffe lösen in der Folge eine Atemwegsverengung mit den bekannten Symptomen der Erkrankung aus.
Allergisches Asthma kann als Heuschnupfen beginnen und dann auf die unteren Atemwege übergreifen. Dieser Effekt wird als Etagenwechsel bezeichnet. Unbehandelt kommt es über die Zeit zu einer Ausweitung der Beschwerden, und Betroffene entwickeln zunehmend Allergien auf weitere Allergene.

Eosinophiles Asthma: Das eosinophile Asthma ist eine weitere Subform des Asthma bronchiale, das sich auch in einem schweren Verlauf äußern kann. Es tritt häufig bei Erwachsenen auf, hier kann die Erkrankung zum Teil zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen. Charakterisiert ist das eosinophile Asthma durch eine Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen (eosinophile Granulozyten).

Glücklicherweise hat sich bei der Therapie dieser Spezialform gerade in den letzten Jahren sehr viel getan, so dass auch diese Patienten auf eine Linderung ihrer Symptome hoffen können.

Weitere Asthmaformen

Gemischtförmiges Asthma. In Reinform liegt Asthma nur selten vor, häufig ist das Leiden eine Mischform aus allergischem und nichtallergischem Asthma. Meistens entwickelt sich das gemischtförmige Asthma aus einem ursprünglich allergischen Asthma. Im Laufe der Zeit gewinnen dann, oft durch wiederholte Infekte, nichtallergische (intrinsische) Ursachen die Oberhand. Andererseits zeigen beide Asthmaformen in gleicher Weise asthmatische Reaktionen auf unspezifische Auslöser wie Nebel, kalte Luft oder ein bestimmtes Parfüm.

Anstrengungsasthma. Dieses ist auch als Belastungsasthma bekannt und tritt insbesondere zu Beginn von und nach körperlicher Anstrengung auf. Mehrheitlich sind Kinder davon betroffen, aber auch bei etwa jedem dritten asthmakranken Erwachsenen kann es bei Belastung zu asthmatischen Beschwerden kommen.

Berufsbedingtes Asthma. Bestimmte Berufe, bei denen es zum täglichen Kontakt mit potenziellen Allergenen kommt, sind mit einem erhöhten Asthmarisiko verbunden. Bekannt ist das Bäckerasthma (Mehlstauballergie), aber auch Frisöre (Nickel- und Pflegemittelallergie), Tischler (Holzstauballergie) und Druckereiarbeiter (Farb- und Lösungsmittel) kennen die Erkrankung, die nicht immer Folge einer Allergie sein muss.

Bestimmte chemische Stoffe können das Bronchialsystem so stark reizen, dass Asthma entsteht, ohne dass eine allergische Reaktion zugrunde liegt. So kann zum Beispiel das Einatmen bestimmter Substanzen zu entzündlichen Reaktionen führen, wobei die ersten Krankheitsanzeichen oft erst nach jahrelangem Kontakt mit dem Auslöser auftreten. Typisch für das Berufsasthma ist, dass sich Krankheitsanzeichen an Wochenenden und im Urlaub bessern.

Variant-Asthma. Gemeint ist eine milde Asthmaform, die sich hauptsächlich durch einen Reizhusten äußert. Sie geht meist einem späteren Asthma voraus.

Übergang zur COPD. Bei einem Teil der an Asthma Erkrankten kann es im Verlauf auch zu einem Übergang zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kommen. Diese Übergangsformen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Patienten nicht nur während des Asthmaanfalles oder Infektes Husten und Auswurf haben, sondern ständig.

Asthma cardiale: Beim Asthma cardiale (auch Herzasthma genannt) kommt es zu den gleichen Symptomen wie beim Asthma bronchiale, nur liegt die Ursache dieser Atemnot beim Herzen. Durch eine Funktionsbeeinträchtigung des Herzens kommt es zu einem Rückstau des Blutes in der Lunge. Dieser erhöht den Druck auf das Lungengewebe, so dass Flüssigkeit aus den gestauten Blutgefäßen ins Lungengewebe gedrückt wird. Der Gasaustausch in der Lunge wird dadurch gestört, und es kommt schließlich zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff und zu einem Lungenödem.

Eine moderne Erkrankung?

Auch wenn es aufgrund der Erkrankungszahlen so erscheinen mag – Asthma ist keine neumodische Erkrankung. Zum ersten Mal wurde der Begriff bereits im Corpus Hippocraticum erwähnt. Die sogenannten „hippokratischen Schriften“ sind eine Sammlung von mehr als 60 medizinischen Abhandlungen, die zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. und 2. Jahrhundert n. Chr. entstanden sind

Wie häufig ist Asthma?

Etwa sieben Prozent der österreichischen Bevölkerung leiden laut Statistik Austria an Asthma. Sie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Österreich. Obwohl in manchen Ländern Krankenhausaufenthalte und Sterberaten aufgrund dieser Erkrankung stark abnehmen, stellt sie eine große Bürde für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft dar.

Ein Auf und Ab
Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung, die Beschwerden müssen dennoch nicht dauernd bestehen. Bei den meisten Erkrankten wechseln sich symptomfreie beziehungsweise symptomarme Phasen mit Phasen intensiver Beschwerden ab. Zu den typischen Asthmasymptomen zählen: Husten, Atemnot, die anfallsartig und häufig nachts und am frühen Morgen auftritt, Kurzatmigkeit, pfeifende Atemgeräusche und ein Engegefühl in der Brust.

Bei einem Asthmaanfall kommt es akut zu diesen Beschwerden. Vor allem die Ausatmung ist erschwert und von typischen Geräuschen (Giemen) begleitet. Husten tritt in Form von Hustenanfällen auf. Gemeinsam führen diese Symptome zu Unruhe und Angst sowie Sprechschwierigkeiten oder Übelkeit. Atemtechniken, geeignete Medikamente und die Vermeidung von Panik können helfen, diese Episoden bestmöglich zu überstehen.

Atemtechnik

Richtig inhalieren

Asthma lässt sich behandeln!

Die Therapie der Krankheit richtet sich prinzipiell gegen die Entzündung der Atemwege. Dazu zählt auch die Vermeidung von Krankheitsauslösern, die im Zuge der Anamnese ermittelt werden sollten. Für eine erfolgreiche Behandlung ist häufig eine Kombination von Medikamenten nötig. Sogenannte „Reliever“ erweitern die Bronchien und erleichtern das Atmen. Zu diesen Medikamenten, die auch im Akutfall eingesetzt werden, zählen bronchienerweiternde Substanzen wie Beta-2-Sympathomimetika oder – bei schweren Formen – Anticholinergika.

Entzündungshemmende „Controller“ werden in Form von inhalativem Kortison dauerhaft gegen die Entzündung eingenommen, als Erhaltungstherapie. In den letzten Jahren wurden auch vermehrt sogenannte „Biologika“ zur Behandlung von schwerem anhaltendem Asthma zugelassen. Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte Antikörper, die entzündliche Reaktionen senken und damit Häufigkeit und Verschlechterung der Symptome bremsen.

Keine Angst vor Kortison

Um die Beschwerden gering zu halten, ist eine individuelle, also an den Patienten angepasste Behandlung wichtig, wobei Medikamente regelmäßig und mit der richtigen Technik eingenommen werden sollten. Nur eine optimale medikamentöse Einstellung garantiert die bestmögliche Lebensqualität. Zur Kontrolle der Erkrankung empfiehlt es sich auch, regelmäßige Lungenfunktionsüberprüfungen beim Lungenfacharzt oder die auch selbstständig mögliche Peak-Flow-Messung durchzuführen. Auch Selbsttests sind verfügbar. Selbstverständlich ist die Einhaltung der Kontrolltermine beim Facharzt ebenfalls ein Muss.

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Gerade bei schwerem Asthma ist die regelmäßige Kontrolle sinnvoll, um bei einer Verschlechterung rasch handeln zu können.

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