Asthma

Saunieren mit Asthma

Saunieren hat viele positive gesundheitliche Effekte und kann sich auch bei Patienten mit Lungenerkrankungen günstig auswirken. Die Sauna will für Asthma-Betroffene aber auf die richtige Weise genossen sein.

Dass die Sauna dem Menschen gut tut, wusste man schon vor mehr als 1.500 Jahren. Bauern aus dem Norden Ostasiens entdeckten das „Bad in heißer Luft“ und nutzten es nach der Arbeit zur Erholung. Später erst entwickelten die Finnen Räume als Badeort, in denen sie mit heißen Steinen und Aufgüssen den Raum erhitzten und schufen auch das Wort dafür: Sauna heißt soviel wie Schwitzstube und hat zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit – auch auf die von Asthma-Patienten.

Positive Effekte beim Saunagang mit Asthma

Tatsächlich regen regelmäßige Saunabesuche den Kreislauf an, stärken das Immunsystem und schützen vor allem in der kalten Jahreszeit vor Erkältungen und Infektionen der Atemwege. Logisch, denn die trockene Hitze in der Sauna tötet Krankheitserreger ab, und: Der Dampf wirkt schleimabbauend. Letzteres ist besonders für Asthma-Patienten wichtig und interessant, denn sie leiden oft unter Husten mit zähem Schleim, der sich kaum abhusten lässt und das Durchatmen erschwert. Über die positiven Effekte der Sauna bei Asthma-Patienten schreibt etwa Frank Greco im renommierten „American Journal of Medicine“: „In Bezug auf den Atemtrakt können Saunabäder die Inzidenz von Erkältungen reduzieren und die Symptome von Asthma bronchiale mildern“. Heute weiß man auch, dass die Wärme in der Sauna entspannende Auswirkungen auf die Lungenmuskulatur hat, und: Man hat beobachtet, dass dabei die körpereigene Produktion des Nebennierenrindenhormons Kortisol gefördert wird. Kortisol wirkt sich positiv auf Symptome wie Husten, Engegefühl in der Brust oder Atemnot aus und ist zudem Bestandteil vieler Asthma-Therapien. Außerdem ähnelt die Luft in Sauna und Dampfbad dem Reizklima an Meeresküsten, das sich ebenfalls günstig auf Asthma-Erkrankungen auswirken kann.

5 Tipps für das Saunieren mit Asthma

Soweit so gut, doch bevor Sie einen Saunaaufenthalt planen, sollten Sie als Asthma-Patient auch wissen, worauf Sie dabei achten sollten, denn wie immer gilt, dass es einige Vorsichtsmaßnahmen gibt, und dass man mit Maß und Ziel vorgehen und dabei auf den Arzt und den eigenen Körper hören sollte.

Wichtig ist zum Beispiel, dass Sie mit kurzen Saunagängen auf der unteren Bank und bei niedrigen Temperaturen beginnen und die Dauer des Aufenthalts in der Sauna und die Temperatur nur sehr langsam steigern. Behutsam schwitzen ist also angesagt, und das gilt insbesondere bei belastungsbedingtem Asthma. Probieren Sie selbst vorsichtig aus, was Ihnen gut tut, und wenn Sie etwa  bemerken, dass Ihre Atemwege empfindlich auf die Hitze reagieren, können Sie zum Beispiel auf ein Dampfbad oder eine Infrarotsauna umsteigen.

Vorsicht bei ätherischen Ölen mit allergischem Asthma 

Achtsamkeit ist auch bei den Aufgüssen anzuraten, besonders dann, wenn Sie unter allergischem Asthma leiden. Denn die Kräuter und ätherischen Öle, die dabei oft verwendet werden, können bei Allergikern zu Husten und Reizungen führen. Das gilt etwa für Nadelhölzer, Kampfer und Menthol, die häufig Allergieauslöser sind. Erkundigen Sie sich deshalb unbedingt vor dem Saunagang, welche Kräuter und Zusätze zum Einsatz kommen. Und wenn Sie während des Aufgusses plötzlich husten müssen oder Atemnot bekommen, verlassen Sie die Sauna so rasch wie möglich. 

Hitze, Kälte und Asthma-Anfall

Was das Abkühlen nach dem Saunagang betrifft, so sollte auch das mit Bedacht und Vorsicht unternommen werden. Sie wissen sicher, dass normalerweise die kalte Dusche oder das Tauchbecken mit eiskaltem Wasser zum Saunieren dazugehört. Dieser plötzliche Kälteschock hat aber auch die Folge, dass sich die Blutgefäße und auch die Lunge schlagartig zusammenziehen. Das kann unter Umständen einen Asthma-Anfall auslösen. Als Asthma-Patient sollten Sie daher das klassische Saunaritual etwas abändern und sich zum Beispiel lauwarm abduschen, dabei langsam von den äußeren Extremitäten her anfangen und erst zum Schluss Körpermitte und Kopf abkühlen. Dadurch geht sicher nichts von der Entspannung, die Sie während des Saunaaufenthalts genossen haben, verloren.

Aufpassen auf den Inhalator

Noch etwas sollten Sie beim Saunieren nicht vergessen: Ihren Notfallinhalator. Er sollte in der Sauna immer in der Nähe sein, damit Sie ihn bei einem etwaigen Asthmaanfall gleich bei der Hand haben. Achten Sie darauf, dass der Inhalator vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt bleibt. Stecken Sie ihn am besten in einen kleinen Gefrierbeutel, wickeln Sie ihn in ein Handtuch und deponieren Sie ihn in Ihrer Umkleidekabine.

Wann Sie den Saunagang besser aufschieben

Verzichten sollten Sie auf den Gang in die Sauna bei akuten Asthma-Anfällen, unmittelbar nach akuten Beschwerden oder wenn sie eine Erkältung haben. Der deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist auch darauf hin, dass Patienten mit allergischem Asthma bei einer Hyposensibilisierungstherapie vorsichtig sein sollte: „Vermeiden Sie am Tag der Injektion bzw. zu Beginn der Therapie mit Tabletten oder Tropfen starke körperliche Anstrengungen und Hitzebelastungen wie Sauna oder heiße Bäder.“

Sauna ist Entspannung

Haben Sie Lust auf ein Schwitzbad bekommen? Dann führen Sie noch ein Gespräch mit dem Arzt Ihres Vertrauens. Er oder sie kann Sie ganz individuell beraten und gegebenenfalls noch spezielle Tipps mitgeben, und eines ist auch sicher: Wenn Sie bereit sind für die Sauna, werden es Ihnen Ihr Körper und Ihre Psyche danken, denn für die regelmäßige Entspannung, die gerade Patienten mit einer Asthma-Erkrankung dringend brauchen, eignet sich das sanfte Schwitzen in der Sauna nachweislich und hat für manche Betroffene sogar eine langfristige Beschwerdelinderung zur Folge.

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