Allgemein

Ursachen und Risikofaktoren bei Nasenpolypen

Die genauen Ursachen für Nasenpolypen sind bis heute nicht in allen Einzelheiten geklärt. Fachquellen gehen jedoch übereinstimmend davon aus, dass sie meist im Zusammenhang mit einer chronischen Entzündung der Schleimhaut in der Nase und in den Nasennebenhöhlen entstehen. Begünstigt wird diese Entzündung durch bestimmte Erkrankungen und individuelle Risikofaktoren.

Welche Rolle spielt die chronische Rhinosinusitis?

Eine besonders häufige Ursache von Nasenpolypen ist die chronische Rhinosinusitis. Darunter versteht man eine Entzündung der Schleimhaut in der Nase und in den Nasennebenhöhlen, die länger als 12 Wochen anhält. Anders als bei einer gewöhnlichen Erkältung klingen die Beschwerden hier nicht nach wenigen Tagen wieder ab. Die Schleimhaut bleibt dauerhaft gereizt und geschwollen. Auf diesem Nährboden können sich Nasenpolypen entwickeln.

Bei einer chronischen Rhinosinusitis ist die Schleimhaut in ihrer normalen Funktion gestört. Sie kann die eingeatmete Luft nicht mehr so gut reinigen, befeuchten und transportieren wie in gesundem Zustand. Gleichzeitig wird der Abfluss von Sekret aus den Nasennebenhöhlen erschwert. Dadurch entsteht ein Kreislauf: Die Entzündung fördert die Schwellung der Schleimhaut, die Schwellung behindert die Belüftung der Nebenhöhlen, und die gestörte Belüftung kann die Entzündung weiter verstärken. Wenn dieser Zustand über längere Zeit bestehen bleibt, kann sich die Schleimhaut so verändern, dass Polypen entstehen.

Bild

Nicht bei jeder Erkrankung mit Rhinosinusitis treten Nasenpolypen auf. Fachlich wird zwischen einer chronischen Rhinosinusitis mit und ohne Nasenpolypen unterschieden. Die Rhinosinusitis mit Nasenpolypen wird medizinisch abgekürzt mit „Chronic rhinosinusitis with nasal polyps (CRSwNP)“.

Auch Nasenpolypen können noch einmal in zwei Kategorien eingeteilt werden. Dazu zählen beidseitige Nasenpolypen sowie einseitige Nasenpolypen.

Achtung: Treten vermeintliche Polypen nur einseitig auf, sollte dies besonders sorgfältig ärztlich abgeklärt werden, da in seltenen Fällen auch andere Ursachen dahinterstecken können.

Welche Begleiterkrankungen gelten als besondere Risikofaktoren und warum?

Nasenpolypen entstehen meist nicht durch eine einzelne Ursache. Häufig entwickeln sie sich im Zusammenhang mit einer chronischen Entzündung der Schleimhaut in der Nase und in den Nasennebenhöhlen.

Bestimmte Erkrankungen und individuelle Faktoren können dieses entzündliche Geschehen begünstigen und damit das Risiko für Nasenpolypen erhöhen.

Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Nasenpolypen:

  • Asthma

  • Allergien und allergische Rhinitis

  • Aspirin- bzw. NSAID-Unverträglichkeit

  • Mukoviszidose

  • familiäre Veranlagung

Asthma

Asthma ist eine der wichtigsten Begleiterkrankungen von Nasenpolypen. Beide Erkrankungen hängen häufig mit derselben chronischen Entzündung der Atemwege zusammen. Beschwerden der Nase und der Bronchien sollten deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.

Bei einem Teil der Betroffenen spielt eine sogenannte Typ-2-Entzündung (chronische Entzündungsreaktion des Immunsystems) eine Rolle. Diese chronische Immunreaktion kann sowohl die Nase und Nasennebenhöhlen als auch die unteren Atemwege (Lunge, Bronchien) betreffen.

Allergien und allergische Rhinitis

Allergien und allergische Rhinitis können die Nasenschleimhaut dauerhaft reizen. Dadurch können chronische Entzündungen in der Nase und in den Nasennebenhöhlen begünstigt werden. Das kann die Entstehung von Nasenpolypen fördern.

Mukoviszidose

Bei Kindern und jüngeren Betroffenen sollte auch an Mukoviszidose gedacht werden. Die Erkrankung begünstigt zähen Schleim und wiederkehrende Entzündungen der Nebenhöhlen. Dadurch kann auch die Entstehung von Nasenpolypen gefördert werden.

Familiäre Veranlagung

Auch eine familiäre Veranlagung kann das Risiko erhöhen. Genetische Einflüsse können dazu beitragen, dass die Schleimhaut empfindlicher auf Entzündungen reagiert. Dadurch können sich Nasenpolypen bei manchen Menschen leichter entwickeln.

Können äußere Einflüsse die Symptome verschlechtern?

Diverse Reize von außen können dazu beitragen, dass die Nasenschleimhaut zusätzlich belastet wird. Dazu zählen mitunter intensive Gerüche wie Parfum oder Reinigungsmittel, aber auch Zigarettenrauch. Bestimmte Lebensmittel oder Getränke, denen eine entzündliche Wirkung auf den Körper zugeschrieben wird, können ebenfalls einen negativen Beitrag leisten. Wie stark solche Auslöser wirken, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich. Eine besonders achtsame Selbstbeobachtung ist daher ratsam.

Wichtig ist: Auch wenn chronische Entzündungen eine zentrale Entwicklungsrolle spielen, verlaufen Nasenpolypen nicht bei allen Menschen gleich. Sie treten unterschiedlich ausgeprägt und von mehreren Faktoren beeinflusst auf. Wie stark Beschwerden ausgeprägt sind, hängt deshalb immer vom individuellen Verlauf, möglichen Begleiterkrankungen und der zugrunde liegenden Entzündung ab.

Jetzt Artikel teilen:

AT-16794 04/2026

Sie suchen eine Ärztin/einen Arzt, der sich auf Themen wie Asthma und COPD spezialisiert hat?

Zögern Sie nicht lange und kontaktieren Sie eine Ärztin/einen Arzt in Ihrer Nähe über:

War dieser Artikel für Sie hilfreich?

Danke für Ihr Feedback!