Vorangehend steht einer Erkrankung mit Polypos Nasi (med. Fachbegriff für Nasenpolypen) oftmals eine chronische Rhinosinusitis, also eine lang anhaltende Entzündung der Nasennebenhöhlen. Die Probleme, die mit Nasenpolypen einhergehen können, sind erschwerte Atmung, Einschränkung oder der Verlust des Geruchssinns, aber auch von Schlafstörungen und unangenehmen Druck- oder Spannungsgefühlen im Gesicht wird berichtet.
Die Entzündung wird nicht durch eine akute bakterielle Infektion allein erklärt. Sie ist meist die Folge von länger bestehenden entzündlichen Prozessen in der Schleimhaut. Dabei schwillt die Nasenschleimhaut an, produziert mehr Sekret und es kann zu längerfristigen Veränderungen und Verdickungen der Schleimhaut selbst kommen. Im Verlauf können sich daraus Polypen entwickeln. Diese ragen oft in die Nasenhöhle und behindern so die Nasenatmung. Nasenpolypen sind eine chronische Erkrankung. Sie lassen sich in den meisten Fällen zwar gut behandeln, können aber wiederkehren. Das gilt besonders dann, wenn die zugrunde liegende Entzündung weiter besteht. Da Nasenpolypen nachwachsen können, ist auch nach einer erfolgreichen Therapie oder Operation eine langfristige Beobachtung und gegebenenfalls medizinische Betreuung wichtig.
Die Entstehung von Nasenpolypen: So verändern sich Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen
Die genaue Ursache und Herkunft von Nasenpolypen ist bis heute unklar. Sie entstehen häufig im Rahmen einer länger andauernden Entzündung der Schleimhaut in der Nase und den Nasennebenhöhlen.
Die Schleimhaut schwillt dabei an, bildet mehr Sekret und kann ihre natürliche Reinigungsfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Gleichzeitig wird der Luft- und Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen erschwert.
Dadurch entsteht ein Teufelskreis, in dem die Entzündung die Entstehung von Polypen fördert und die Polypen wiederum die Belüftung der Nasennebenhöhlen weiter beeinträchtigen. So kann sich die Erkrankung mit der Zeit verfestigen.
Polypen entstehen hauptsächlich im Bereich der Siebbeinzellen, also in kleinen luftgefüllten Hohlräumen der Nasennebenhöhlen. Sie können aber auch in der Kieferhöhle oder der Keilbeinhöhle auftreten.
Je nach Ausprägung können sie unterschiedlich groß werden. In fortgeschrittenen Stadien kann dadurch die Nasenatmung deutlich beeinträchtigt sein.
Begünstigt wird die Entstehung von Nasenpolypen unter anderem durch Allergien, Infektionen, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, Asthma und Heuschnupfen. Einseitige Polypen sollten besonders sorgfältig untersucht werden, da sie in seltenen Fällen auch mit Tumoren oder einem Fremdkörper zusammenhängen können.
Unterschied zwischen einer Erkältung und Nasenpolypen
Erkältung:
plötzlicher Beginn, meist vorübergehend, klingt nach Tagen oder Wochen ab
Nasenpolypen:
schleichender Verlauf, oft dauerhaft oder wiederkehrend, häufig mit verstopfter Nase und vermindertem Geruchssinn
Die verschiedenen Formen von Nasenpolypen
Bei Nasenpolypen wird zwischen zwei Kategorien unterschieden:
Einseitige Nasenpolypen:
Diese treten nur in einer Nasenhälfte auf. Da sie seltener sind als beidseitige Polypen, sollten sie besonders sorgfältig ärztlich untersucht werden. In manchen Fällen können sie auch auf andere Ursachen, wie etwa einen Fremdkörper oder auf (gut- und bösartige) Tumore in der Nase oder den Nasennebenhöhlen, hinweisen.
Beidseitige Nasenpolypen:
Diese kommen in beiden Nasenhälften vor. Sie sind die häufigere Form und entstehen meist im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen der Nasen- und Nasennebenhöhlen. Typisch sind sie vor allem bei einer chronischen Rhinosinusitis mit Polypenbildung.
Die Häufigkeit von Polypen in der Nase
Eine große, in Österreich (Wien) angelegte Studie in einer Ambulanz für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde untersuchte im Zeitraum von 2017 bis 2019 mehr als 10.000 Personen. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Nasenpolypen in Österreich keine Seltenheit sind. In der untersuchten Gruppe wurden bei 1,84 % der Personen Nasenpolypen direkt mittels Nasenendoskopie festgestellt. Nach Anpassung an Alter und Geschlecht der österreichischen Bevölkerung ergab sich eine Häufigkeit von 1,95 %.
Das bedeutet vereinfacht, dass etwa 2 von 100 Menschen in Österreich von den chronischen Schleimhautwucherungen betroffen sein könnten. Diese Schätzung ist besonders akkurat, da diese Zahl nicht nur auf Selbstauskünften, sondern auf einer tatsächlichen endoskopischen Untersuchung der Nase beruht.
Männer und Personen mit Asthma wiesen in der Studie außerdem häufiger größere Polypen auf.
Symptome & Diagnose von Nasenpolypen
Nasenpolypen entwickeln sich meist schleichend und können Beschwerden wie eine dauerhaft behinderte Nasenatmung, anhaltenden Schnupfen ohne akuten Infekt, Geruchsverlust, Druckgefühl im Gesicht sowie Mundatmung und Schlafstörungen verursachen.
Da diese Symptome oft zunächst mit einer Erkältung oder Allergie verwechselt werden, ist eine frühzeitige ärztliche Abklärung wichtig.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt mithilfe eines Gesprächs, einer Untersuchung der Nase und bei Bedarf weiterer Verfahren wie Nasenendoskopie, Computertomografie oder ergänzender Tests.
Unbehandelt können sich die Beschwerden verstärken, während eine passende Therapie in vielen Fällen zu einer guten Kontrolle der Erkrankung beitragen kann.
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Symptome und Diagnose von Nasenpolypen
Die Früherkennung von Nasenpolypen
Für eine frühe Erkennung von Nasenpolypen ist es vor allem wichtig, auf anhaltende Veränderungen zu achten und diese nicht vorschnell als Erkältung oder gewöhnliche Allergie einzuordnen. Wenn die Nase über längere Zeit verstopft bleibt, der Geruchssinn nachlässt oder wiederkehrende Beschwerden wie Spannungsgefühl im Gesicht, vermehrte Atmung durch den Mund oder Schlafstörungen auftreten, sollte man dies immer als Warnzeichen ansehen. Halten solche Symptome über Wochen an, empfiehlt sich der Weg in eine Hals-Nasen-Ohren-Ambulanz. Der Weg zur Diagnose beginnt meist mit einem ausführlichen Gespräch zu persönlichen Beobachtungen. Anschließend untersucht das HNO-Fachpersonal Nase und Rachen. Mithilfe einer Nasenendoskopie (dünnes optisches Instrument mit Kamera, welches in die Nasengänge eingeführt wird) gelingt es, auch tiefer liegende Polypen zu erkennen.
Eine frühe Untersuchung ist deshalb sinnvoll, weil sie dazu beitragen kann, chronische Entzündungen rechtzeitig zu erkennen und die passende Behandlung einzuleiten.
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Symptome und Diagnose von Nasenpolypen
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Nasenpolypen?
Bei der Wahl der Behandlungsmethode kommt es vor allem auf die Größe der Wucherungen an. Doch auch Beschwerden, das Ausmaß der Entzündung, wie gut Medikamente wirken und Begleiterkrankungen wie beispielsweise Asthma sind ausschlaggebend.
Sind die Polypen noch eher klein, wird vorerst meist mit entzündungshemmenden Medikamenten, insbesondere mit kortisonhaltigen Nasensprays, behandelt. Bei fortgeschrittenen, größeren Nasenpolypen wird eine Operation, die endoskopische Nasennebenhöhlenoperation, empfohlen. Hierbei werden die Polypen über die Nase entfernt und verengte Zugänge der Nasennebenhöhlen erweitert. Ziel des Eingriffs ist es, die Nasenatmung zu verbessern und die Nebenhöhlen wieder besser zu belüften. Selbst bei vollständiger Entfernung der Polypen besteht ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall, weshalb eine regelmäßige Abklärung wichtig ist. Bleiben die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen weiterhin unkontrolliert, kann eine Biologika-Therapie in Betracht gezogen werden.
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Behandlungsmöglichkeiten
Nasenpolypen und deren Einfluss im alltäglichen Leben
Nasenpolypen können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Wenn die Nasenatmung dauerhaft eingeschränkt ist, leiden häufig auch Schlaf, Konzentration und das allgemeine Wohlbefinden darunter.
Weiters berichten Betroffene über eine Verminderung oder den letztendlich kompletten Verlust des Geruchssinns. Dies kann sich im Folgeschritt auch auf das Geschmacksempfinden auswirken und wird häufig als Belastung im Alltag wahrgenommen.
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Leben mit Nasenpolypen
Nasenpolypen & Asthma
Zwischen Nasenpolypen und Asthma besteht ein enger medizinischer Zusammenhang. Beide Erkrankungen sind Ausdruck einer chronischen entzündlichen Reaktion der Atemwege.
Nach Angaben der American Academy of Allergy, Asthma & Immunology (AAAAI) tritt Asthma bei 26 bis 56 % der Patientinnen und Patienten mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen auf. Diese gemeinsame Entzündung kann die Beschwerden verstärken und die Behandlung erschweren, da in diesem Fall sowohl die oberen (Nase, Nasennebenhöhlen, Rachen) als auch die unteren Atemwege (Lunge, Bronchien, Luftröhre) betroffen sind.
Nasenpolypen bei Kindern
Spricht man über Nasenpolypen bei Kindern, sind damit häufig nicht echte Nasenpolypen gemeint, sondern vergrößerte Rachenmandeln. Diese sitzen im Nasenrachenraum. Sind sie vergrößert oder reagieren immer wieder entzündlich, so können auch Rachenmandeln die Nasenatmung behindern. Typische Folgen sind eine ständig verstopfte Nase, Mundatmung, Schnarchen und unruhiger Schlaf. Manchmal stehen auch Probleme mit dem Mittelohr, wie beispielsweise wiederkehrende Mittelohrentzündungen, in Verbindung mit Rachenmandeln. Im Gegensatz zu Nasenpolypen ist eine Vergrößerung der Rachenmandel nicht chronisch und leicht, im Rahmen einer operativen Entfernung, behandelbar.
Tatsächliche Nasenpolypen kommen bei Kindern sehr selten vor. Wenn sie im Kindesalter auftreten, sollten sie sorgfältig untersucht werden, da sie bei Kindern ein Hinweis auf andere Erkrankungen sein können und daher eine genaue Abklärung durch HNO-Fachpersonal erfordern.
AT-16793 04/2026