Asthma

Tauchen trotz Asthma

Träumen Sie auch vom schwerelosen Gleiten durch eine fremde, bunte, geheimnisvolle Unterwasserwelt und der Faszination der Tiefe? Asthmatiker waren bis vor nicht allzu langer Zeit generell von diesem immer beliebter werdenden Sport ausgeschlossen, da das Geräte-Tauchen für ihre Lungen eine Belastung darstellt, doch heute geben die Experten teilweise Entwarnung:

Wenn die Asthma-Erkrankung nicht zu schwer ist und einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, so können auch Sie die faszinierende Welt des Wassers, der Meerestiere und der Korallen genießen.

Grundvoraussetzungen

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Asthma kontrolliert ist. Das bedeutet, dass dies tagsüber nur zweimal oder seltener pro Woche und nachts gar nicht auftreten, dass grundsätzlich keine Einschränkung der Aktivitäten vorliegt, dass die Lungenfunktion normal ist und dass langwirksame Beta2-Sympathomimetika (LABA) nur zweimal oder seltener pro Woche verwendet werden müssen.
Ist das gegeben und ist innerhalb von 48 Stunden kein Asthmaanfall aufgetreten, so steht dem Unterwasser-Abenteuer als Taucher nicht mehr viel entgegen, allerdings sollte man sich dessen bewusst sein, das sich beim Tauchen doch gewisse Belastungen ergeben und dass man vorsichtig und mit Eigenverantwortung handeln sollte.

Was Sie wissen sollten

Denn unter Wasser steigt der Druck auf den Organismus, und das wirkt sich auf die inneren Organe und besonders auf das Herz-Kreislaufsystem und die Atmung aus.
Bei Asthmatikern kann es durch das Mehr an Atemarbeit, die beim Tauchen notwendig ist, unter Umständen zu Problemen kommen. Das kann auch deshalb passieren, weil man ja in einer gewissen Tiefe und Kälte agiert. Als Asthma-Betroffener wissen Sie, dass chronisch entzündete Atemwege nicht nur auf Allergene wie Tierhaare oder chemische Auslöser überempfindlich reagieren, sondern auch auf Kälte.

Je tiefer man taucht, desto stärker kühlt die komprimierte Atemluft in den Druckflaschen ab, und das Problem der Kälte kann sich auch dann stellen, wenn man in zunehmender Tiefe über die Haut zu stark auskühlt. Auch die Tiefe, die man beim Tauchen erreicht, spielt besonders für Asthmatiker eine wichtige Rolle. Denn in größerer Tiefe verdichtet sich die Luft stärker als nahe an der Wasseroberfläche. Dadurch nimmt der Atemwiderstand zu, und das Atmen wird anstrengender. Dass das bei Asthma bronchiale Patienten zu Luftnot führen kann, scheint logisch, und jede und jeder Betroffene kann sich wohl auch vorstellen, dass so eine Situation unter Wasser zu noch mehr Angst und Panik führen kann als an Land - schließlich gibt es in der Unterwasserwelt keine Möglichkeit, unmittelbar ein Asthma- Spray zur Soforthilfe anzuwenden. Deshalb sollte man als Betroffener generell nicht in große Tiefen tauchen und grundsätzlich niemals tiefer als 20 Meter. Bei Angst vor einem drohenden Asthmaanfall gilt: Den Tauchgang abbrechen und auftauchen, aber ausdrücklich nicht so schnell wie möglich. Was man grundsätzlich vermeiden sollte sind anstrengende Taucharten wie Strömungstauchen oder Eistauchen, und was Kinder mit Asthma betrifft, so sollten sie gar nicht tauchen. Eine strikte Warnung gilt auch für Menschen, die unter Anstrengungsasthma oder kälteinduziertem Asthma leiden.

Do´s und Dont´s beim Tauchen mit Asthma

Allen Asthma-Patienten, die tauchen wollen und es auch dürfen, empfehlen die Experten, vor dem Tauchgang einen Hub aus dem Inhalationsgerät zu nehmen, um der Atemnot vorzubeugen. Zudem wird oft dazu geraten, das Atmen über die Pressluftflasche zunächst an der Wasseroberfläche auszuprobieren und vor einem geplanten Tauchgang eine Selbstmessung der Lungenfunktion durchzuführen. Was letzteres betrifft, so sollte bei einem Abfall des Peak Flow um 15 Prozent gegenüber den besten Werten nicht getaucht werden. Grundsätzlich gilt auch: Nicht zu schnell ab- und auftauchen! Das sollten zwar alle Taucher berücksichtigen, aber für Asthmatiker ist es von besonderer Wichtigkeit, denn je langsamer man im und und unter Wasser agiert und je weniger man sich dabei anstrengt, desto geringer ist das Risiko, in Atemnot zu geraten.

Beachtet man das nicht, so kann sich bei Asthma-Patienten, die unter einer Atemwegsverengung leiden, beim zu schnellen Auftauchen auch das Risiko für eine Lungenüberdehnung und damit für eine druckbedingte Schädigung des Lungengewebes (Lungenbarotrauma) erhöhen, doch mit Vorsicht und Gelassenheit lassen sich auch diese Gefahren bannen.

Tauchen Sie ab!

Was es auf jeden Fall braucht, bevor man als Asthma-Patient einen Tauchurlaub antritt, ist ein Besuch beim Lungenfacharzt, der idealerweise auch tauchmedizinische Erfahrung hat. Er oder sie kann nicht nur alle notwendigen Untersuchungen durchführen, sondern Sie auch individuell beraten. Wenn Ihnen also der Sinn nach der Unterwasserwelt steht, Sie Ihr Asthma unter guter Kontrolle haben und Ihre entzündungshemmenden Medikamente regelmäßig einnehmen, so lassen Sie sich auf Ihre Tauchtauglichkeit prüfen, und wenn Sie dann abtauchen, so tun Sie es mit Vorsicht und Eigenverantwortlichkeit.


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